Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Jürgen in List auf Sylt



Chronik der Orgel

von Christiana Lasch-Pittkowski (Pastorin in List 01.11.1993-30.09.2008)

 

Der Weg zum Orgelneubau

 

Gut zwanzig Jahre nach dem Bau der Kirche wurde 1957 der Traum von einer „richtigen“ Orgel verwirklicht. Bis dahin hatte man sich behelfsmäßig mit einem kleinen Instrument begnügt. Nun baute der Orgelbauer Kleuker in der St. Jürgen Kirche seine erste Orgel. Sie begleitete uns 44 Jahre lang im Gottesdienst, in den Sommermonaten auch bei den Orgelvespern am Freitagabend und bei kleineren Konzerten. Allerdings waren in den letzten Jahren nur noch fünf der eigentlich elf Register spielbar. Schon lange träumte unser Organist von einer größeren Orgel.

 

So wurde bereits zu Zeiten von Pastor Johannes Frank über eine Veränderung bzw. einen Orgelneubau diskutiert. Man kam jedoch noch zu keinem gemeinsam zu verantwortenden Entschluss. Aber es waren 1993 an die 60.000 DM gesammelt. Ein Grundstock für ein größeres Projekt. Es hatte etwas zu geschehen. Ein Anfang war gemacht. Was aber sollte erfolgen? Drei Möglichkeiten wurden in den nächsten Jahren erwogen:
Die erste Idee:

Die Aufstockung der vorhandenen Kleuker-Orgel. Aus den 11 Registern hätten 18 werden sollen. Viele Teile in der alten Orgel waren zudem erneuerungsbedürftig. Die damals gerade intensiv geführten Diskussionen um die Keitumer Orgel – die ja so erweitert worden war – ließen uns von diesem Modell Abstand nehmen. Eine klangliche Verbesserung war
dort nicht erreicht worden.

 

Die zweite Idee:

Die Übernahme der alten Keitumer Orgel. Die Idee erschien faszinierend – das von vielen geliebte Instrument hätte auf der Insel bleiben können und wir hätten uns eine große Geldsammlung erspart. Die Nachteile wurden bald deutlich. Mehr als die Hälfte der Register hätte nicht in unsere Kirche hineingepasst, der Rest wäre auf den Schrott gewandert. Und: Jede Orgel wird für einen bestimmten Raum gebaut. Die Mensuren der Pfeifen sind auf die Größe des Raumes abgestimmt. Unsere Kirche ist aber deutlich kleiner als die Keitumer. So entschied der Keitumer Kirchenvorstand im Anschluss an ein Gutachten, die Orgel als ganze in eine befreundete Gemeinde in Polen zu geben.

 

Also die dritte Idee:

Ein Orgelneubau, geplant für unseren Kirchenraum, mit einem eigenen Profil in der Sylter Orgellandschaft. Unter der fachkundigen Leitung unseres neuen Orgelsachverständigen Hans-Martin Petersen ging eine Abordnung des Kirchenvorstandes, erweitert durch Ursula Brandau und Dirk Bohlmann, auf Orgelreise – schaute und hörte sich diverse Orgeln im norddeutschen Raum an. Drei Orgelbaufirmen baten wir um ein Angebot: Was könnt ihr uns für 300.000 DM bauen? Frau Brandau, begeistert von der Idee neuer musikalischer Möglichkeiten für St. Jürgen, erschien das eine realistische Summe. Sie traute es sich zu, dieses Geld zu sammeln. Von allen Vorschlägen überzeugte uns der des Steinfurter Orgelbauers Dieter Bensmann am meisten. Die hohe Qualität und der Klang seiner Orgel in Bargteheide hatten uns bereits auf der Orgelreise sehr beeindruckt.

 

Am 26. September 1998 wurde der Orgelbauvertrag unterzeichnet. Dann mussten wir uns gedulden. Andere Aufträge der Firma Bensmann waren vor unserer Orgel zu verwirklichen. Die Orgel in Nordwalde sollte fertig werden. Während dort intoniert wurde, begann der Bau unserer Orgel. Im Dezember 2000 fuhren wir mit Herrn Petersen nach Steinfurt, in die Werkstatt des Orgelbauers. Wie freuten wir uns an dem wunderschönen Prospekt, dem Spieltisch, dem großen Keilbalg. Nun hatten wir etwas gesehen und konnten zu Hause berichten. Wir hatten Geduld für die weitere Wartezeit.

 

Im September 2001 erreichte der LKW mit den Orgelteilen List. Bald war alles aufgebaut. Nun begann die künstlerische Arbeit, die Dieter Bensmann selbst verrichtet: die Intonation der Pfeifen. Jede einzelne der 954 Pfeifen
wurde auf die Länge gebracht, die den richtigen reinen Klang ergibt. Die Orgel ist fertig. Wir freuen uns und sind dankbar. Dankbar für alle Beratung durch Orgelbauer und befreundete Organisten, vor allem durch Hans-
Martin Petersen, unseren geduldigen Orgelsachverständigen. Dankbar für die Benefizkonzerte, die viele Musiker zu Gunsten unserer Orgel gegeben haben. Dankbar für jede Spende, kleine und große – für die Schecks zwischen
20 und 40.000 DM, genauso wie für die vielen Markstücke, die Woche für Woche in den Orgelkasten in unserer Kirche gewandert sind. Dankbar für alle Geduld beim Warten auf das Instrument. Dankbar für das Engagement, die Ideen, den Fleiß und die Liebe, mit der Herr Bensmann, seine Frau, Monika Bensmann, und seine Mitarbeiter Michael Rotz und Jens Hegerwald unsere Orgel gebaut haben. So möge sie nun spielen. Uns zur Freude, zur
inneren Erhebung und vor allem zum Lobe Gottes. Soli deo gloria!

 

Orgel in St. Jürgen

Spenden-Projekte

Spendenkonto:
Kirchenkreis Südtondern
IBAN:
DE38 2175 0000 00800 07271
BIC: NOLADE21NOS
Verwendungszweck: KG List – Spendenprojekt angeben

Aktuelles

Dezember 2016 - März 2017 hb_2016_12 » Terminkalender

Ehrenamtliche Aktivitäten


Kirchenmusik



Förderkreis
Kirche & Kultur

» Homepage
Back to Top